Mittwoch, 18. Februar 2009

Urlaub die zweite: Bolivien

Hallo allerseits,
Dann wolln wir mal fortfahren mit dem Urlaubsberichten!
Stehengeblieben waren wir am Grenzübergang von La Quiaca (Argentinien) nach Villazon (Bolivien) und weiter gehts, natürlich, nach Bolivien.
Schon in Buenos Aires, wo wir uns eingehend über unsere Urlaubsziele informiert hatten, hat uns ein Mitarbeiter der Bolivianischen Botschaft einen guten Tipp gegeben:
Die Strecke von Villazon bis zur nächstgrösseren Stadt innerhalb Boliviens, nämlich Potosi, läuft durch eine Halbwüste mit nichts als Sand, Geröll und ein paar Sträuchern und ist nichts als eine einspurige Schotterpiste.

Der Tipp war also: Wenn schon mit dem Bus von Villazon nach La Paz und nicht mit dem Zug, dann besser mit einem Zwischenhalt in Potosi, von wo aus man dann in einen etwas komfortableren Bus, der eben für Asphaltstrassen gemacht ist, umsteigen.
In Villazon sind wir also zuerst zum Bahnhof, wo wir zusammen mit einem weiteren Deutschen (in der Schlange zum Grenzübergang kennengelernt; Wir haben insgesamt zwei Stunden an der Grenze gestanden) gewartet haben das jemand kommt.

Irgendwann hat man uns dann erklärt das an dem Tag kein Zug mehr gehe, und so sind wir dann doch auf zum Busbahnhof. Und was haben wir gemacht? Klaro, einen Direktbus nach La Paz gekauft. Für 150 Bolivianos pro Person (umgerechnet ca 17€) sind wir dann 20 Stunden Bus gefahren. Allerdings auch zu Luxusbedingungen: Kein Klo, kein Essen (Ab und zu Zwischenstopps, vorausgesetzt es gab ein Dorf oder ähnliches), keine Heizung...
Zu allem Überfluss hatte Tina schon mit der Höhe zu kämpfen und fühlte sich krank (Fieber). Nach den 20 Stunden sind wir dann aber schlussendlich in La Paz angekommen.
Leider haben wir keine schönen Fotos, nur der Blick aus dem Fenster vom Hostel lässt halbwegs erahnen, wie imposant das Häusermeer inmitten der Berge ist.
Von La Paz haben wir eigentlich nicht viel gesehen, lediglich ein Festzug, der zu Ehren einer Jesusfigur
(auf einem der Bilder von einer Frau mit weissem Tuch getragen) fast am Hostel vorbeizog, hat mich ein paar brauchbare Fotos machen lassen.
Interessant:

Die Rasseln, die man durch eine Drehbewegung benutzt (auch in Deutschland bekannt) waren aus kleinen Gürteltieren gemacht...
Was aber dann wirklich spannend war, war ein zweitägiger Ausflug nach Copacabana, am Titicacasee. Der Titicacasee, der wie ich gelesen habe, 13 mal so gross ist, wie der Bodensee (!) liegt auf ca. 3800m Höhe. Für die Anreise nach Copacabana muss man an einer Stelle den See überqueren und wird dafür kurzerhand in ein Boot gebeten, während der Bus nebenan auf ein Floss geladen wird.

Copacabana selbst dann, war ein Urlaubsort, mit einem gewissen Charme, aber hat komischerweise trotz der etwas zu kalten Temperaturen (so ca. 18ºC) Strandfeeling verbreitet, was etwas irritierend war. Mindestens genauso die Schwanen-Tretboote, die für eine kleine Tour auf dem meerartigen See zur Verfügung standen.
Eine Tagestour hat uns dann zur Sonneninsel, der Isla del Sol, gebracht, wo eine Prä-Inka-Kultur Trockensteinmauern-Ruinen von 1500 v. Chr. hinterlassen hat, die aber auch genausogut vor 20 Jahren hätten aufgeschichtet worden sein können.
Eine dreistündige Wanderung über die Insel, man sollte eigentlich besser Spaziergang sagen, hat mich dann an meine körperlichen Grenzen geführt. Trotz des langsamen Tempos hab ich mich gefühlt als würde ich joggen und ich habe wohl auch mindestens genauso laut geächtzt und geschnauft...
Das Inseleigene Museum (ein kleiner Raum) hatte auch etwas ungewöhnliche Konservierungsmethoden für historische Gebeine, nämlich die offene Exposition, ohne Glaskasten oder sonst etwas.

Zu guter letzt dann, haben wir noch einen abstecher auf die islas flotantes gemacht, den treibenden Inseln, die einige Einwohner aus Schilfrohr bauen,





um darauf zu leben. Es gibt auch tatsächlich noch ein ganzes Dorf (wie ich gehört habe, sogar mit einem Krankenhaus) in dem so gelebt wird, jedoch liegt das auf der Peruanischen Seite.

Um sich die Einkünfte durch die Touristen nicht ganz entgehen zu lassen, hat man dann aber zwei kleine Inselchen nachgebaut (die auf den Fotos auch fast ganz zu sehen sind) und fährt die Touris mit einem Schilfboot von einer zur anderen. Hey, Wir haben die Islas Flotantes gesehn!!!
über einen Zwischenhalt in La Paz sind wir dann nach Santa Cruz gefahren. "Der" Stadt im tiefergelegenen Ostteil des Landes, die quasi mitten im Dschungel liegt. Abends in La Paz auf fast 4000m Höhe in den Bergen loszufahren und am nächsten morgen im immergrünen Flachland aufzuwachen, hat schon was.
In Santa Cruz haben wir dann aber auch nur acht Stunden wartend im Busterminal gewartet, während es draussen geregnet hat. Regenzeit halt...
Und weiter gings im nächsten Bus nach Paraguay...

Montag, 16. Februar 2009

Urlaub zum ersten: Salta


Hallo allerseits!
Lange versprochen und nun endlich da: ein kleiner Reisebericht über den Urlaub, den Tina und ich gemacht haben. Doch zunächst einmal, um alle auf den neuesten Stand zu bringen:
Wir sind jetzt schon seit gut zwei Wochen zurück in Mar del Plata, wo weiterhin Sommerferien, Hochsaison (Millionen von Touris!) und 30ºC und Sonne vorherrschen.
Leider waren die zwei Wochen nicht ganz so berauschend, da Tina schon mit Fieber vom vorhergehenden Zwischenseminar zurückkam und wir gleich am ersten Abend zu Hause über 41ºC Fieber gemessen haben. Die Folge waren nun anderthalb Wochen Krankenhausaufenthalt ihrerseits, der Befund auf Salmonellen seitens der Ärzte und nun wieder die Genesung zu Hause.
Nun ja, vor dem einwöchigen Seminar waren wir jedenfalls zu Zweit mit ihr im Norden unterwegs (wohl auch Grund der Erkrankung), und jetzt will ich mal Stück für Stück berichten.
Wie ich festgestellt habe, sinds doch recht viele Fotos, die ich nicht weiter aussortieren wollte, und nicht zuletzt deswegen, der Bericht in Teilen.

Am 6. Januar sind Tina und ich aufgebrochen, erst ein mal nach Buenos Aires, denn Tina hatte anfangs nur eine Woche in der Stadt und ich hab auch nicht alles gesehen, was ich wollte, da ich ja krank war (damals...).
Und nach diesem kurzen Zwischenhalt gings dann richtig los, 18 Stunden mit dem Reisebus nach Salta, einer grünen Stadt im Nord-Westen des Landes, als auch Name der umgebenden Provinz.


Die haben wir uns dann auch prompt von oben angesehen, nachdem wir auf den San Benedetto-Hügel gestiegen sind (1070 Stufen). Den haben wir dann allerdings per Seilbahn wieder verlassen.
Das eigentlich aufregende war aber: Ein Tagesausflug nach Cachi!
Cachi, das ist... eigentlich nur ein belangloses, kleines Kaff im Nirgendwo, wo es eigentlich nichts gibt, sodass das einzige Bild, das ich hier veröffentliche auf dem Friedhof (!) geschossen habe...
Das eigentlich spannende an der ganzen Sache ist allerdings der Weg.
Der Weg von Salta nach Cachi führt durch die Berge und auf dem Weg nach oben sieht es eigentlich nach jeder Windung anders aus. Kaum zu glauben, eben noch mitten im Baum-Berg-Dschungel, dann wiederum in einer durchwachsenen Gegend mit Pflanzen aller Art, sowie Kakteen,

sowie roten Felsen, dann plötzlich nur noch Gräser, wir sind also schon ein paar Meter höher, dann nur noch Geröll und plötzlich erstreckt sich eine Kilometerweite Hochebene, von bunten Felsformationen umrandet, voll mit tausenden riesigen Kakteen... Wirklich eine Landschaft, die an Spektakularität kaum zu übertreffen ist.
Was dann noch kam: Nun zugegeben, nicht mehr Salta, sondern Jujuy, eine weitere Nordprovinz Argentiniens, wo wir in Humahuaca halt gemacht haben. Humahuaca ist ein

Dorf, das doch schon in einer eher bergwüstenartigen Gegend liegt. Dort haben wir in einem urigen Hostel übernachtet,und dort haben wir auch verdächtige Empanadas gegessen, von denen zumindest ich vermute, dass sie der Grund für die Salmonellenerkrankung Tinas verantwortlich sein könnten. Ich jedenfalls musste mich an dem Tag in Humahuaca übergeben...
Und auch Später hat uns die immer noch zunehmende Höhe zu schaffen gemacht, weiter auf unserem Weg in den Norden, weiter nach Bolivien. Aber das erzähl ich bald im nächsten Teil.
Bis bald, Freunde, die Hälfte ist schon rum! (was ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachte...)


P.S.: Der Höhlenmensch bin ich! Und das so zu setzen, dass der Text nicht in die Bilder geht, dazu hab ich schlicht und einfach zu viel Hunger! Ciao

Donnerstag, 1. Januar 2009

¡Feliz año!

Un feliz año les deseo a todos.
Que hagan buenas nuevas experiencias y se realizan todos los deseos que tienen.
No me puedo olvidar, que en este año ya me voy, o vengo, depende de la perspectiva...

Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch allen!
Ich hoffe ihr habt alle die Korken knallen lassen und erlebt viel neues im neuen Jahr 2009!
Irgendwie rückt meine Rückreise immer näher, aber ob das ein Grund zur Freude oder zur Trauer ist, weiss ich nicht...

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Las Fiestas

Hey,
so dann melde ich mich noch mal kurz, bevor ich meine Erfahrungen aus 2009 berichte.
Also, Weihnachten mal kurzgefasst:
Es kamen ca 10 Freiwillige aus Buenos Aires nach Mar del Plata, von denen dann 6 bei uns untergekommen sind. Am 24. Sind wir dann Nachmittags in ein Strandrestaurant essen gegangen, leider hat die Küche schon 10 Min später zugemacht, sodass es nur noch Hühnchen mit Pilzsosse und Kartoffelkügelchen gab. Das paradoxe daran ist: Ich habe an Heiligabend vormittags im Comedor gearbeitet, und was Gabs? Hühnchen mit Kartoffeln. Und besagte Kartoffeln, die wir im Comedor haben, sind eine Spende von einem Restaurant, das diese Kügelchen aus den Kartoffeln ausschneiden und die Reste sonst wegschmeissen würden. Im direkten vergleich muss ich aber sagen, dass, da das Auge doch mitisst, und die Sosse sehr lecker war, dass das Restaurant gewonnen hat. Nur das Preisleistungsverhältnis...
Danach haben wir dann in einer ruhigen Runde bei uns mit Süssem gefeiert (Tina hat Lebkuchen gemacht) und sind danach an den Strand, um uns dort das Feuerwerk anzugucken (Ja, das gibts hier sowohl an Weihnachten als auch an Silvester).

Und wo wir gerade bei Feuerwerk sind: Heute durfte ich auch Feuerwerk machen! Jippie!
Es sind zwar noch nicht zwölf, aber eine Ladung abgelaufener Impfampullen musste im Comedor entsorgt werden. Und da der Müll im Barrio in dem sich der Comedor befindet mindestens fünfmal nach etwas brauchbarem durchsucht wurde, bevor er abgeholt wird, haben wir sie kurzerhand erstmal verbrannt. Mithilfe von fünf Pappkartons und einer alten Orangenkiste sind die Plastikverpackungen auch schön in Flammen aufgegangen (Nein, das ist hier leider ganz normal, dass Plastik verbrannt wird...) und die noch vollen Glassviölchen sind eine nach der anderen mit einem lauten Knall explodiert. Die Scherben mit den Nadeln haben wir dann zusammen in drei Müllsäcken ineinandergeschüttet und schon gibts ein Problem weniger.
Ja, ich hab auch heute am 31. gearbeitet und am 26. auch, da der zweite Weihnachtsfeiertag hier kein Feiertag ist. Da ich momentan eh viel zu wenig arbeite, da nur noch der Comedor offen hat, ist das aber kein Problem.
Ausserdem war die Möglichkeit aus der Wohnung zu fliehen, in der ich über die Woche mit fünf Frauen zusammengewohnt habe, ganz gut. ;)
Das letzte Bild zeigt unsere kleine Esoterikecke mit einem Buddha, den ich Tina zum Geburtstag geschenkt habe, meinen Räucherstäbchen, einer Kerze von Tina und Tannenzapfen und Muscheln.
So, ich denke, dann hört man sich im nächsten Jahr wieder.
Ich wünsche allen einen Guten Rutsch und nehmt euch nich zu viele Vorsätze vor!
Ciao, SEBA

Freitag, 19. Dezember 2008

Strand? Playa? Plaża? Beach?



Kinder, immer schön mit der Sonnencreme einschmieren, bevor ihr rausgeht, oder vielleicht sogar am Strand in der Sonne einschlaft…

Chicos, siempre pongan protector quando salen al sol o quando se ponen dormir a la playa….

Kids, don’t you ever go out not using suncream, or even worse, sleep on the beach...

Dzieci, używajcie sawsze crem przeciwsłoneczny, jeżeli chcecie iść na dwór albo spać na plaży...

Reihe: Kulinarisches - Empanadas

Heute erzähl ich mal was über Empanadas. Diese argentinische Köstlichkeit hat mich schon so manches Mal vor dem Hungertod gerettet. Empanadas, das sind eigentlich nur gefüllte Teigtaschen.


Die häufigsten Füllungen sind „carne“ (Rindfleisch), „pollo“ (Hühnchen) und „jamon y queso“ (Schinken und Käse). Daneben gibt es aber natürlich etliche Variationen, wie Käse und Zwiebeln oder Oliven, mit Gemüse, Thunfisch und was weiß ich noch alles.

Sie sind etwa 15 cm lang und kosten ca. 2 Peso das Stück (entspricht 0,50 € ct.). Verkauft werden sie, wie viele andere Lebensmittel auch im Dutzendersystem und ein halbes Dutzend ist als Mahlzeit zwischendurch sehr gut geeignet. Selber machen geht auch ganz gut, in jedem Supermarkt kann man die fertigen Teigfladen im Kühlregal finden, nur noch füllen und ab damit in den Ofen. Ihr könnt euch natürlich denken, dass ich das doch direkt mal ausnutzen musste und siehe da, jetzt werde ich hier andauernd verlacht, da ich einmal Empanadas mit „dulce de leche“ (Karamellcreme für z.B. aufs Brot) und „Sugus“ (Kaubonbons wie etwa Maoam) gemacht habe. Die Idee dahinter war, dass durch die Kaubonbons etwas Biss bleibt, jedoch sind diese komplett geschmolzen und der Mix der verschiedenen Geschmacksrichtungen war nicht gerade lecker. Übrigens hat die Arbeit im Comedor nicht nur die Lust auf Experimentalküche, sondern auch Kochen im Allgemeinen in mir geweckt.

Hoy les cuento de empanadas. Esa comida argentina re-rica me salva cuando no se que comer. empandas son, como todos Argentinos saben, tapas de masa rellenados con carne, pollo, jamon y queso o cualquier otra cosa. Bueno, no cualquier cosa, como ya se, dulce de leche con sugus no era una buena idea...
A quien voy a tratar en castellano, cuanto salen mas o menos, que aspecto tienen o que hay tapas en los supermercados? Un poco loco, que traduzco este informe, pero asi es.

Dzisiaj wam opowiem o empanadas. Ta argentinska pyszność mnie uratowała nie jeden raz przed śmierciom z głodu. Empanadas to są wielkie pierogi z piekarnika. W środku mają mięso lub szynkę z serem o inne wytwory. Sprzedawają na każdym rogu za dwie peso (to są prawie dwie złote) za stukę. Tesz można zrobić je w domu, w kazdym supermarkecie można kupić juz wyciętą masę, tylko trzeba lepić y wsadzić do piekarnika.
Wyobraście sobie, że móśałem to wykożystać! Teraz sie śmieją ze mnie, że zrobiłem empanadas z “dulce de leche” (to jest mleko zkaramelisowane jak do szyszek lub wafli) i “sugus” (to są słodycze).
Praca w kuchni ale nie tylko wzbudziła we mnie ochotę experytowania, tesz gotuję od czasu do czasu.

If anyone is reading this blog, who’s not understanding German, Spanish or Polish, please contact me, so i will continue the English translation.

Montag, 15. Dezember 2008

eine ereignisreiche Vorweihnachtszeit

So,
dann meld ich mich also doch mal wieder. Und für alle, die so lange gewartet haben, soll es sich jetzt auch mal lohnen. Im Laufe dieser Woche habe ich meine Kamera endlich aus der Reparatur (die zwei drittel des Kaufpreises gekostet hat) abholen können, nachdem sie mir vor etlicher Zeit runter gefallen ist und danach die Blende nicht mehr geschlossen hat.
Ja, vor etlicher Zeit trifft es schon ganz gut, denn den Blog hier habe ich nicht nur infolgedessen ziemlich vernachlässigt. Es wird immer schwieriger zu unterscheiden, was denn noch interessant sein könnte und was weniger, da ich nun doch schon länger im Alltag angekommen bin.
Zumindest will ich in nächster Zeit noch eine ganze Reihe von Einträgen verwirklichen, zu Sehenswürdigem der Stadt, Kulinarischem, sowie eine genauere Vorstellung meiner Projekte, in denen ich arbeite, bis ich dann hoffentlich wieder aktuelles zu berichten habe.
Zunächst einmal muss ich aber so einiges nachholen. Zwischendurch war ich auf einem Jugendtreffen der Kirche in Bahia Blanca und auf einem Wochenendausflug in Uruguay, um mein Visum zu verlängern (keine Bilder wegen Kamera). Außerdem haben wir im Club de Niños das Theaterstück, das wir montags und dienstags geprobt haben auf die Bühne gebracht und waren im Anschluss übers Wochenende auf Campamento (Campingausflug) an der Laguna de los Padres.
Aber schön der Reihe nach:
Ende Oktober sind Tina und ich zusammen mit einigen Jugendlichen der Kirchengemeinde, in der wir tätig sind nach Bahia Blanca, etwa 4 Busstunden südlich von hier, gefahren, um dort an einem regionalen Orientierungstag für protestantische Jugendliche teilzunehmen.
Das Wochenende war sehr informativ und sehr eindrucksvoll, wie zum Beispiel in der jahrhundertealten Presbyterianerkirche auf den zusammen geschobenen Bänken die Nacht zu verbringen. Leider wurde die Freude des Zusammentreffens ein wenig davon überschattet, dass einem der Teilnehmer sein Portemonnaie geklaut wurde. Vermutlich von einem anderen Teilnehmer.
Das Wochenende darauf musste ich dann auch schon los nach Uruguay, um mir ein neues Touristenvisum für weitere drei Monate stempeln zu lassen, sprich aus- und wieder einzureisen. Tina und Vera haben das eine Woche später gemacht, während ich zusammen mit anderen Freiwilligen aus Buenos Aires (das auf dem Weg liegt) gefahren.
In Uruguay haben wir zuerst einmal Colonia kennen gelernt, ein verträumtes Städtchen von ca. 50.000 Einwohnern, das Buenos Aires am Rio de la Plata (Der Fluss, der dort so breit ist, dass es auch ein Meer sein könnte) direkt gegenüberliegt. Für uns Großstädter aus Mar del Plata und Buenos Aires also ein krasser Gegensatz zum Alltag und schnell hat sich das Gefühl von Urlaub breit gemacht. Dort haben wir uns dann mit zwei weiteren Freiwilligen vor Ort getroffen und haben beschlossen einen Tagesausflug nach Montevideo zu unternehmen. Zwecks dessen haben wir ein Auto gemietet und haben uns am folgenden Morgen zu fünft in unserem Kleinwagen die zwei Autostunden an der Küste entlang in Richtung Hauptstadt begeben. Ich muss sagen, dass es dort auch schöne Ecken gab, aber ich doch alles in allem enttäuscht war. Vielleicht hätte ich ahnen sollen, dass die im Reiseführer als „europäischste Stadt Südamerikas“ angekündigte nicht unbedingt meinen Vorstellungen einer schönen Stadt entspricht, zumal ich ja noch vom Strandkaff (im positiven Sinne) Colonia beeindruckt war.
Um das Wochenende optimal auszunutzen, sind wir Sonntagabends mit der Fähre zurück nach Buenos Aires, wo dann schon der Nachtbus auf mich gewartet hat. Die Busse sind zwar sehr komfortabel ausgestattet (eher mit einem Flugzeug als mit der deutschen Vorstellung eines Reisebusses zu vergleichen) aber an Leute meiner Größe hat man hier eben nicht gedacht. Und so bin ich dann mit wenig Schlaf um sechs Uhr in der Früh in Mar del Plata angekommen um zwei Stunden später zur Arbeit zu fahren.
Die folgenden Wochen haben wir dann hier genutzt um die Stadt im aufblühenden Sommer kennen zu lernen (nicht dass ich auch nur die Hälfte von dem gesehen hätte, was es zu sehen gibt).



Ja, und dann, dann wurde es plötzlich schon Dezember. Da das Campamento, das eigentlich Mitte November stattfinden sollte, wegen schlechtem Wetter auf den sechsten und siebten Dezember verlegt wurde, kam zuerst die Theateraufführung auf uns zu. Das Stück „Alicia a traves de sus ojos“ war eine Adaption von „Alice im Wunderland“ und hat mich so einiges an Nerven gekostet. Nachdem ich mich monatelang damit beschäftigt hatte die Rollen derer zu spielen, die an dem Tag nicht ins Projekt gekommen waren, war ich schließlich neben meinem „Mädchen für alles“ -Status auch noch für den Ton zuständig und sollte dem Mann neben mir sagen, wann er was mit der Lichtanlage machen sollte (die hat man mir dann lieber nicht anvertraut). Und da die Leiterin des Projekts genau wie ich bis zum letzten Moment an den Kindern gezweifelt hat, da einige noch einen Tag vorher ihren Text nicht konnten, kam es wie es kommen musste:
Die Kinder haben ihren eigenen Schatten gleich mehrfach übersprungen und der einzige, der mangels Zeit schlecht vorbereitet war, war ich.
Die paar Patzer beim Ton wollten mir die jungen Schauspieler und Schauspielerinnen dann auch nicht verzeihen und waren beim Panchos essen danach ziemlich beleidigt, wie ich denn die Vorstellung hätte ruinieren können. So schlimm war es doch gar nicht!
Ich glaube das haben sie dann auch festgestellt, denn schon zwei Tage später auf der Busfahrt zum Campamento an die 20 km entfernte Laguna de los Padres in der Sierra de los Padres, war wieder alles in Butter.

Das Campamento ist für mich schwer zu bewerten. Einerseits haben das Zelten am See, die vielen Spiele draußen und vor allem das Lagerfeuer viel Eindruck bei den Kindern gemacht und man konnte schon merken, dass sich ein etwas anderes Gruppengefühl aufgebaut hat.
Andererseits bin ich von den Freizeiten und Ausflügen die ich schon gemacht habe, anderes gewohnt. Es kam mir sehr schade vor, dass die chicos die Zeit dort nicht besser genutzt haben, sondern jedes Spiel aufs neue wieder damit enden musste, dass irgendwer irgendwen beleidigt oder geschlagen hat und nicht mehr mitspielen durfte.
Danach hat sie der Alltag dann, denke ich auch schnell wieder eingeholt, jetzt, wo die letzten Schulwochen vor den ewig langen (2 ½ Monate) Sommerferien stattfinden.
Letzen Mittwoch war dann die offizielle Abschlussfeier im Club de Niños, zu dem die Kinder mit ihren Eltern eingeladen wurden um noch ein mal vor Augen geführt zu bekommen, was sie dieses Jahr so alles gemacht haben. Ja, und jetzt kommen noch vier Kinder, die bisher das Schuljahr nicht geschafft haben. Es gibt zwei Termine für die Bestehensprüfungen, jetzt im Dezember und dann noch einmal im Februar, bevor die Ferien enden. Während die vier also lernen, räumen wir den Club ein wenig auf und machen ihn für das neue Jahr fertig.
Der Ropero, also die Kleiderausteilung macht kommenden Donnerstag zu, nur der Comedor läuft natürlich durch, sofern sich die finanziellen Probleme die es gibt nicht zuspitzen, denn essen wollen die Leute schließlich das ganze Jahr. Dann muss man sich für mich noch irgendeine Aufgabe ausdenken, die ich in den Ferien erledige, so wie meine Vorgänger bereits Wände gestrichen und verputzt haben.
Reisepläne habe ich auch schon, aber genaueres dazu ein andermal.
Mein Rundbrief, für die, die ihn nicht bereits haben, ist jetzt übrigens online verfügbar: "1.Rundbrief"

Bis bald, will ich doch hoffen,
Einen schönen Restadvent,

SEBA

P.S.: Hier noch ein Foto für alle weiblichen Geschöpfe, die sich so weit durch diesen ewiglangen Bericht gekämpft haben. Die Belohnung ist in dem Bild versteckt.